BMBF: NeuroCare

Ganzheitliches Konzept zur Unterstützung und Entlastung von ambulanten Pflegekräften und Angehörigen bei der Betreuung von kognitiv beeinträchtigten Senioren

Änderungen kognitiver und emotionaler Funktionen sind ein wesentlicher Aspekt normaler und krankhafter Alterungsprozesse. Sie beeinflussen maßgeblich die Lebensqualität und Selbständigkeit des Individuums und sind sozioökonomisch, z.B. hinsichtlich der Pflegebedürftigkeit der alternden Personen, von großer Bedeutung. „NeuroCare“ adressiert das Thema „assistierte Pflege von morgen“ für die Zielgruppe „Senioren mit drohenden oder vorhandenen kognitiven Einschränkungen und neurologischen Erkrankungen“ (u.a. Demenz, vor allem Alzheimer-Demenz, Patienten mit Schlaganfall) sowie Personen, die Prävention betreiben wollen und entwickelt im interdisziplinären Verbund bestehend aus Senioren- und Pflegediensteinrichtungen, AAL-Technologie-Anbietern und Domain-Experten sowie assoziierten Partnern (u.a. Ärzte, Heilmittelerbringer, Verbände und Interessensgemeinschaften) ein ganzheitliches Konzept zur Unterstützung und Entlastung von ambulanten Pflege- bzw. Betreuungskräften und Angehörigen bei der Betreuung dieser Zielgruppe.

Betreuende sollen Sicherheit im Umgang mit den Krankheiten und den Betroffenen erhalten und in der Pflege (vor allem emotional) entlastet werden.
Herkömmliche 24/7-Dienste werden dabei durch zielgruppengerechte, technische und nutzer-zentrierte NeuroCare Assistenz, eingebettet in den Alltagsablauf der Betroffenen, erweitert und signifikant verbessert: Den Kern des NeuroCare Systems stellt ein mobiles Multifunktionsgerät (NeuroCare Assistent) dar, das die Pflege- bzw. Betreuungskräfte zur Datenerhebung, für Screening und Pflegedokumentation (inkl. Fortschrittskontrolle) sowie zum Training der kognitiven Fähigkeiten der Senioren einsetzen. Die hier erhobenen Daten werden unter Einhaltung ethisch-rechtlicher Fragestellungen gespeichert und für weitere Dienste/Maßnahmen (z.B. Diagnose durch einen Arzt und Anordnung von Therapie/Training) genutzt. Durch die Struktur des Systems wird dabei höchster Wert auf die sichere und datenschutzrechtlich einwandfreie Verarbeitung personenbezogener Daten gelegt.

Das Ziel des Teilvorhabens der TU Darmstadt besteht in der Entwicklung von Methoden und Konzepten zur Erstellung und Konfiguration von Trainingsprogrammen, LeMo Modulen und Diensten zur Betreuung von kognitiv eingeschränkten Senioren. Hierbei werden IT-gestützte wissenschaftlich-technische Konzepte im Bereich der Multimedia Kommunikation und Multimedia Technologien mit Mensch-zentrierten Ansätzen vereint. Wesentliche Projektergebnisse umfassen den NeuroCare Konfigurator als prototypisch realisiertes Autoren- und Konfigurationswerkzeug zur Erstellung und Konfiguration von entsprechenden Trainingsprogrammen und Aus-, Weiter- und Fortbildungsmodulen.

Zur Projektwebsite: www.neurocare-aal.de 

Zum AAL-Streckbrief: AAL-Steckbrief