Alexander von Humboldt-Vorlesung 2017

Prof. Dr. Joerg Widmer erhält den von der Alexander von Humboldt-Stiftung verliehenen Friedrich Bessel-Forschungspreis 2016. Damit ist er einer von 20 herausragenden Preisträgern und wird im Rahmen seines geplanten Forschungsaufenthaltes die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Multimedia Kommunikation intensivieren.

Wir laden Sie sehr herzlich ein.

am 19. Januar 2017

in die Rundeturmstr. 10, 64283 Darmstadt (Gebäude S3|20)

Raum: 18 (im EG)

Agenda

15:45 Uhr     Empfang

16:00 Uhr     Grußworte
                     Prof. Dr.-Ing. Jutta Hanson
                     Dekanin des FB 18

                     Würdigung des Preisträgers
                     durch Prof. Dr.-Ing. Ralf Steinmetz

16:15 Uhr      Prof. Dr. Joerg Widmer
                      Vortrag zum Thema "Skalieren von drahtlosen Netzen der nächsten Generation"

17:00 Uhr      Ausklang

 

 

Hier können Sie sich anmelden: 

http://www.kom.tu-darmstadt.de/share/widmer

Abstract zum Vortrag von Prof. Dr. Joerg Widmer:

Eine der größten Herausforderungen für zukünftige drahtlose Netze ist das rasante Wachstum des zu transportierenden Datenvolumens. Wir gehen dieses Problem von zwei unterschiedlichen Seiten aus an: 1) die Erhöhung der Netzwerkkapazität selbst und 2) durch das Design von Mechanismen, die die verfügbaren Ressourcen effizienter ausnutzen. Da drahtlose Kommunikationsverfahren schon sehr nahe am Shannon-Limit arbeiten, sind größere Zugewinne an Datenrate hauptsächlich durch die Nutzung sehr hoher Frequenzen, dem sogenannten Millimeterwellen-Spektrum, zu erwarten, wo die hohen Bandbreiten zur Unterstützung sehr hoher Datenraten verfügbar sind.

Dieser Vortrag behandelt einige der Herausforderungen von Millimeterwellen-Kommunikation, die sich deutlich von der Kommunikation in konventionellen drahtlosen (und drahtgebundenen) Netzen unterscheidet. Sie erlaubt extrem hohe Datenraten über kurze Distanzen und ein hohes Maß an räumlicher Mehrfachnutzung, aber gleichzeitig sind solch drahtlose Verbindungen durch die nur kurze Kommunikationsdistanz und die einfache Blockierung der Signalausbreitung leicht zu unterbrechen.

Für das zweite Thema der effizienten Nutzung der verfügbaren Netzwerkkapazität sind substantielle Verbesserungen vor allem dadurch zu erwarten, dass Ressourcenallokationsentscheidungen nicht mehr nur reaktiv, sondern basierend auf dem erwarteten zukünftigen Netzwerkzustand und -ereignissen getroffen werden, sogenannte antizipatorische Netze. Dies ermöglicht zum Beispiel, dass mobile Endgeräte Daten im Voraus abrufen, wenn die Signalqualität gut ist, und zu erwarten ist dass sie sinkt, und im Gegenzug Kommunikation im umgekehrten Fall vermieden wird. Antizipatorische Netze sind besonders vorteilhaft, wenn die Netzwerkkonditionen sich schnell und stark verändern, was genau bei Millimeterwellen-Kommunikation der Fall ist. Millimeterwellennetze werden die aktuelle und zukünftige Netzwerkumgebung in Betracht ziehen müssen, um sich an sich verändernde Bedingungen genügend schnell anpassen zu können. Eine Anwendung die wir zur Zeit betrachten ist zum Beispiel die Verwendung eines drahtlosen Ortungssystems, um die Ausrichtung der Millimeterwellen-Richtantennen mit geringem Aufwand vorzunehmen.